So schützen Sie Ihr Geld vor falschen Versprechen
Der Markt für nachhaltige Investments boomt – und zieht Trittbrettfahrer an. Greenwashing bedeutet, dass Finanzprodukte auf dem Papier „öko“, „klimaneutral“ oder „ethisch“ wirken, im Kern aber weiterhin in fossile Energien, Rüstung oder ausbeuterische Industrien investieren.
Werbeaussage: Darauf sollten Sie achten: „nachhaltig“ oder „grün“ Welche verbindlichen Ausschlusskriterien gelten? Klimafreundlich Werden Emissionen tatsächlich reduziert oder nur ausgeglichen? „Best-in-Class“ Sind trotzdem Unternehmen aus problematischen Branchen enthalten? Nachhaltigkeitssiegel Wer vergibt das Siegel und wie streng sind die Kriterien? So durchschauen Sie die Werbeversprechen der Finanzindustrie:
- Etikettenschwindel aufdecken: Begriffe wie „grün“, „klimafreundlich“ oder „verantwortungsvoll“ klingen überzeugend, sagen allein aber wenig über die tatsächlichen Anlagen aus. Beispiel: Ein Fonds wirbt prominent mit erneuerbaren Energien. Tatsächlich machen diese Unternehmen jedoch nur einen kleinen Teil des Portfolios aus, während der übrige Fonds weitgehend einem klassischen Aktienindex entspricht. Deshalb lohnt sich der Blick in die vollständige Zusammensetzung und die verbindlichen Ausschlusskriterien.
- Die „Best-in-Class“-Falle: Beim Best-in-Class-Ansatz werden die vergleichsweise nachhaltigsten Unternehmen einer Branche ausgewählt. Dadurch kann beispielsweise auch ein Ölkonzern in einem nachhaltigen Fonds enthalten sein – sofern er innerhalb seiner Branche besser bewertet wird als seine Wettbewerber. Wer fossile Energien grundsätzlich ausschließen möchte, braucht deshalb klare Ausschlusskriterien statt nur eines guten ESG-Ratings.
- Kritischer Blick statt blindem Vertrauen: Ein grüner Fondsname, schöne Naturbilder und ein Nachhaltigkeitssiegel reichen für eine fundierte Entscheidung nicht aus. Prüfen Sie, welche Unternehmen tatsächlich enthalten sind, wie streng die Auswahl erfolgt und ob Verstöße Konsequenzen haben. Als unabhängiger Finanzjournalist ordne ich solche Angaben kritisch ein und zeige, wo Anspruch und Wirklichkeit auseinanderliegen.
